Forum Gesundheit Schweiz, Postfach 5236, 3001 Bern, T +41 13 390 98 98, contact@forumgesundheitschweiz.ch, Newsletter Juni 2012, Nr. 2

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Prämienherbst 2012

Moderater Anstieg

Wie stark die Prämien im Durchschnitt im Herbst steigen, hängt auch davon ab, wie stark die Kosten in den vorangegangenen Monaten gestiegen sind. Die Prämien werden im Durchschnitt um ein bis drei Prozent steigen.

Verglichen mit vergangenen Jahren ist dies ein moderater Anstieg. Das neu eingeführte Fallpauschalen- System und die generell steigenden Kosten im Gesundheitswesen könnten sich 2013 und 2014 aber eher kostentreibend auswirken.

Fallpauschalen müssen sich erst bewähren
Der Grund: Bis sich das System der neuen Spitalfinanzierung und damit auch die Kostenaufteilung zwischen Kantonen (55 Prozent) und den Krankenversicherern eingespielt hat, dürfte es einige Jahre dauern – und in den ersten Jahren nicht so kostenneutral geschehen, wie an sich erhofft. Mit der Verschiebung von stationären zu mehr ambulanten Behandlungen (Finanzierung ausschliesslich über Krankenkassenprämien) wird zudem der Prämienzahler tendenziell stärker belastet.


Praxis- bewilligungen

Keine Wiedereinführung des Zulassungsstopps

Eine steigende Zahl von praktizierenden Spezialisten führt letztlich zu steigenden Prämien.

Um dieser für die Versicherten zusätzlich belastenden Entwicklung zuvorzukommen, muss rasch eine praktikable Lösung gefunden werden, damit die Aufhebung des Zulassungsstopps für Ärzte keine unerfreulichen Auswirkungen zeitigt.

Der Basler Regierungsrat Dr. Carlo Conti zeigte am 12. September in Basel mögliche Lösungswege auf, um übermässiges Spezialärzte-Angebot und die damit zusammenhängenden Kosten – also Prämiensteigerungen – kontrollieren zu können. Dabei zeigte Conti drei Wege auf:

  1. Die Kantone regulieren das Ärzteaufkommen selbst auf Grund bedarfsabhängiger Kriterien.
  2. Die Kantone fördern integrierte Versorgungsmodelle ganz bewusst, um für Ärzte einen höheren Anreiz zum gemeinsamen Praktizieren zu schaffen.
  3. Die – politisch immer wieder gescheiterte – einheitliche Finanzierung von stationären und ambulanten Kosten (heute sind die Krankenversicherer für die ambulanten Kosten zuständig).

Vertragszwang aufheben
Das FGS empfiehlt, auf eine Wiedereinführung des Zulassungsstopps zu verzichten, da dies lediglich die Problematik der Mehrfachrollen der Kantone verstärken würde. Das ist insbesondere deshalb problematisch, weil die Kantone selber an vielen Leistungserbringern beteiligt sind. Um dem Überangebot an Leistungserbringern zu begegnen, fordern wir stattdessen die Aufhebung des Vertragszwangs.


Swiss HTA und ANQ

Qualität mit Politik, Versicherern und Leistungsträgern verbessern

Health Technology Assessments (HTA’s) zeigen, wie wirksam, wirtschaftlich und zweckmässig medizinische Technologien und Leistungen sind bzw. wie hoch ihr Nutzen ist.

HTA muss in der Schweiz weiter entwickelt und gefördert werden – und zwar so, dass die dafür nötigen Prozesse die Bewirtschaftung des gesamten Leistungskatalogs der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) unterstützen.

Genau dies will das Projekt SwissHTA (www.swisshta.ch), damit auch wirklich alle grundversicherten Leistungen einen nachgewiesenen Nutzen erbringen. Diese Qualitätssicherung nützt schliesslich allen.

Nationaler Verein für Qualität
Im Spitalbereich setzt sich der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) für koordinierte und gut umgesetzte Massnahmen in der Qualitätsentwicklung ein.

HTA und ANQ zielen also darauf ab, die einheitliche Umsetzung von Ergebnisqualitäts-Messungen zu erreichen. Wenn das gewährleistet ist, kann die Qualität aussagekräftig dokumentiert, stetig weiterentwickelt und schliesslich laufend verbessert werden. Denn erst wenn alle über verlässliche Daten zu Nutzen und Qualität zugreifen können, dann kann der Wettbewerb um die beste Leistung spielen. Das nützt dem Patienten, den Versicherern und den Leistungsträgern.

Kein allmächtiges Qualitätsinstitut
Um dieses Fernziel im Interesse aller zu erreichen, ist bei den einzelnen Schritten grösstmögliche Unabhängigkeit der Akteure wichtig. Keine staatliche Stelle – also kein ausschliesslich zuständiges Qualitätsinstitut des Bundes – soll alle nötigen Prozessschritte alleine verantworten. Ein allfälliges staatliches Qualitätsinstitut soll also den Rahmen für die Qualitätsarbeit abstecken, aber nicht deren Inhalt.

Bei der Sammlung, Analyse und Bewertung der nötigen Qualitätsmerkmale ist vielmehr darauf zu achten, dass eine allfällige Bundesinstitution von fachlich und wissenschaftlich unabhängigen Gremien mit dem Datenmaterial ausgestattet wird – ausgerüstet mit sachlich und praktisch handhabbarem Bewertungsprozess und fundierten wissenschaftlichen Leitplanken. So aufgegleist, können in der Schweiz der Staat, die Fachleuchte und die Versicherer gemeinsam für stete Qualitätsverbesserungen sorgen – zugunsten der Versicherten und der Patienten.


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Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren

Eine kleine Analyse hängiger Fragen und Vorstösse auf Bundesebene wie in kantonalen Parlamenten zeigt: Es ist in den letzten Monaten noch schwieriger geworden, im Schweizer Gesundheitswesen einen Weg nach vorne und in Richtung eines dauerhaft liberal ausgestalteten Gesundheitswesens zeichnen zu können.
Umso wichtiger ist unser gemeinsames Engagement für gute Qualität zu fairem Preis.
Das Forum Gesundheit Schweiz agiert an der Schnittstelle Politik, Öffentlichkeit und Medien. Wir informieren national und regional über die aktuellen Diskussionen und Entwicklungen, klären über die notwendigen Massnahmen auf und ebnen Entscheiden den Weg, die ein liberales Gesundheitswesen sicherstellen. Wir verteidigen Wettbewerb, Wahlfreiheit und Qualität.
Bitte beachten Sie unser Veranstaltungsprogramm auf der Rückseite. Wir freuen uns, Sie begrüssen zu dürfen.
Werden Sie Mitglied des Forum Gesundheit Schweiz (FGS)!

Alex Kuprecht, Co-Präsident Forum Gesundheit Schweiz
Chantal Balet, Co-Präsidentin
Forum Gesundheit Schweiz


Veranstaltungen

Bitte tragen Sie sich die folgenden Daten und Veranstaltungen in Ihre Agenda ein.
Das Forum Gesundheit Schweiz lädt Sie zu einem Abend mit prominenten Referenten und attraktiven Gesprächsrunden zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen ein.

Das Forum Gesundheit Schweiz in:
  • Aarau
    23. Oktober 2012, 18.00 Uhr
    Hotel Aarauerhof
    Einheitskasse?
    Mehr Staat, weniger Leistung
    mit Werner Kaufmann
    CEO Birchmeier Krankenkasse Künten AG

  • Bern
    17. Dezember 2012, 10.00 Uhr
    Käfigturm
    Jahresmedienkonferenz
    mit Dr. Harry Telser, Polynomics

  • Bern
    06. März 2013, 13.00 Uhr
    Hotel Bellevue Palace
    Generationengerechtigkeit –
    demographische Fragen im
    Gesundheitswesen
    mit Prof. Dr. Martin Eling und
    mit Bundesrat Alain Berset
    Gesundheitsminister
Ort und Zeit veröffentlichen wir
laufend unter:
www.forumgesundheitschweiz.ch


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