Durch finanzielle Anreize können Qualität und Patientensicherheit in Spitälern erhöht werden. Das zeigt der Blick ins Ausland. In der Schweiz soll dazu die Rolle der Qualitätskommission gestärkt werden.
Der Anspruch ist klar: Die Qualität von medizinischen Leistungen soll in der Schweiz einheitlich gemessen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde 2021 die Eidgenössische Qualitätskommission (EQK) ins Leben gerufen. Sie soll den Bundesrat bei der Entwicklung der Qualität medizinischer Leistungen unterstützen, beispielsweise, indem sie Finanzhilfen für nationale und regionale Programme gewährt.
Bis heute ist die Rolle der EQK im Schweizer Gesundheitswesen aber zu wenig verankert. Ausserdem fehlen einheitliche Qualitätsindikatoren und ein nationales Monitoring. Laut Swissmedic stellen Qualitätsmängel bei Medizinprodukten in Spitälern noch immer ein erhebliches Risiko für die Patientensicherheit dar. Studien kommen zum Schluss, dass jährlich mehrere hundert Personen Opfer von Qualitätsmängeln sind.
Was also ist zu tun? Ein Blick ins Ausland zeigt: In Norwegen führte ein Pilotprojekt zur qualitätsorientierten Finanzierung (Quality Based Financing, QBF), das 2014 in allen regionalen Gesundheitsbehörden eingeführt wurde, zu positiven Ergebnissen. 2017 wurde die Initiative deshalb zu einer festen Einrichtung.
Das norwegische QBF umfasst sowohl öffentliche als auch staatlich finanzierte private Spitäler und basiert auf 33 Schlüsselindikatoren. Das QBF dient als gezielte, moderate Anreizmassnahme zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Durch finanzielle Anreize konnten die allgemeine Qualität und Patientensicherheit in Spitälern messbar erhöht werden.
Der Gedanke, der dieser Initiative zu Grunde liegt, ist auch für die Schweiz spannend. So hat die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates (GPK-S) im Juli 2025 die Umsetzung von Massnahmen zur Verbesserung der Qualität im Gesundheitsbereich geprüft. Der Bundesrat wurde aufgefordert, die Rolle der EQK bei den Akteuren und in Bezug auf die bereits bestehenden Strukturen zu klären sowie die Legitimität dieser Kommission zu stärken. Zudem wurde vorgeschlagen, die Entwicklung von landesweit einheitlichen Qualitätsindikatoren zu fördern.
Haltung des FGS: Die Qualität von Gesundheitsleistungen muss auch in der Schweiz einheitlich gemessen werden. Dank finanziellen Anreizen könnte es gelingen, Qualität und Patientensicherheit in Spitälern zu erhöhen.







