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Risikoausgleich

Wettbewerb stärken, nicht Kosten ausgleichen

Der Risikoausgleich wurde geschaffen, um zwischen den Krankenversicherern die Unterschiede in der Risikostruktur der Versicherten auszugleichen.

Die heutige Gestaltung hat allerdings Schwächen: Beispielsweise sind die aktuell geltenden Kriterien – Alter, Geschlecht, Spital- oder Pflegeheimaufenthalt – zu wenig differenziert und werden chronische Krankheiten, die ambulant behandelt werden, kaum berücksichtigt. Zudem beeinträchtigt die Befristung des Risiko-ausgleichs die Planbarkeit. Die Notwendigkeit einer Reform ist deshalb unbestritten. Im Dezember 2013 hat der Nationalrat als Erstrat dem Entwurf der nationalrätlichen Gesundheitskommission weitgehend zugestimmt. Es ist sinnvoll, die Indikatoren Alter und Geschlecht mit weiteren Kriterien wie der Morbidität und den pharmazeutischen Kostengruppen zu ergänzen. Für das Forum Gesundheit Schweiz ist zudem zentral, dass der Risikoausgleich tatsächlich als solcher ausgestaltet wird und dabei nicht zu einem Kostenausgleich führt. Ein effektiver Risikoausgleich stärkt den Wettbewerb unter den Versicherern und setzt die richtigen Anreize für ein qualitativ gutes und kostenbewusstes Management von teuren Erkrankungen. Über die Chancen und Gefahren des Risikoausgleichs spricht der Gesundheitsökonom Dr. Willy Oggier am Sessionsanlass des Forum Gesundheit Schweiz vom 5. März 2014 in Bern.

 


 

Spitalfinanzierung

Staatliche Eingriffe sind teuer und kaum qualitätsorientiert

Eine transparentere Spitalversorgung, die Harmonisierung der Spitalregulierung, Anreize zu Kosteneffizienz sowie Qualitäts- und Preiswettbewerb zwischen den Spitälern – dies einige der Ziele, die mit der Einführung des Fallpauschalensystems SwissDRG verfolgt wurden.

Zwei Jahre später steht fest: Etliche Kantone setzen die neue Spital-finanzierung nur teilweise um und behindern so den nötigen Qualitäts-und Preiswettbewerb. Nach wie vor nehmen die Kantone im Spitalwesen mehrere Rollen ein, agieren als Spitalplaner und -betreiber, Leistungseinkäufer, Tarifinstanz, nehmen Einfluss und beschränken dadurch die unternehmerische Freiheit der Spitäler.

Dies führt anstatt zu gesundem Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit zu einer Überversorgung, welche die Steuerzahler und die Versicherten berappen. Es gibt aber auch gute Beispiele: Die Kantone Schwyz und Zürich. Der Kanton Schwyz etwa besitzt selbst gar keine Spitäler. Der Kanton Zürich wiederum erledigt den Leistungseinkauf als einziger mit einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren nach objektiven Kriterien. Schlecht schneiden hingegen etwa die Kantone St. Gallen, Genf und Appenzell Innerrhoden ab, die stark in den Wettbewerb eingreifen. Statt einer kostengünstigen Spitalversorgung betreiben sie weiterhin Strukturerhaltung. An der Veranstaltung vom 31. März 2014 in St. Gallen nehmen die St. Galler Regierungsräte Heidi Hanselmann und Willi Haag zu den Spitalbau-Plänen der Kantonsregierung Stellung.

 


 

Elektronisches
Patientendossier

Qualität und Effizienz verbessern

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates ist auf das neue Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) eingetreten.

Das Gesetz schafft die Rahmenbedingungen für die elektronische Bearbeitung von Patientendaten. Das elektronische Patientendossier ist Teil der Strategie «Gesundheit2020» des Bundesrates und ein wesentliches Element der Strategie «eHealth Schweiz». Das Forum Gesundheit Schweiz wünscht eine rasche Umsetzung – immer vorausgesetzt, dass die Digitalisierung die tatsächlich nötigen Qualitätsverbesserungen und Effizienzerhöhungen bringt. Der Ständerat muss nun etliche praktische Fragen noch beantworten, unter anderem:

•  Taugt das Gesetz wirklich als Grundlage für eine nationale Strategie?
•  Sind Datenschutz- und Kostenfragen so geregelt, dass ein Scheitern der Vorlage ausgeschlossen werden kann?
•  Sind die Kategorien der Zugriffsmöglichkeiten, die in jedem Fall der Patient erteilt, ausreichend flexibel definiert?
•  Wie wird erreicht, dass Ärzte, Spitäler und Therapeuten das elektronische Dossier rasch anwenden, damit ein Systemnutzen eintreten und die Effizienz erhöht werden kann?

 


 

Medikamenten-preisvergleich

Fakten 2013 im Vergleich zu 2012

santésuisse, Interpharma und vips stellten Mitte Februar die Ergebnisse des jährlichen Auslandpreisvergleichs der 200 umsatzstärksten Originalpräparate beziehungsweise Wirkstoffe vor.

Das Forum Gesundheit Schweiz gibt die wichtigsten Fakten wieder:

•  Der durchschnittliche Fabrikabgabepreis bei den patentgeschützten Originalpräparaten ist im Ausland bei einem Wechselkurs von CHF / EUR 1.27 um 5 Prozent tiefer als in der Schweiz. Im Vorjahr betrug die Differenz noch 12 Prozent zu einem Wechselkurs von CHF / EUR 1.29.?
•  Der starke Rückgang bei den patentgeschützten Originalmedikamenten ist eine direkte Folge der dreijährlichen Preisüberprüfungen von je rund einem Drittel der SL-Medikamente mit Preissenkungen im November 2012 und 2013.
•  Die Preise der patentabgelaufenen Originalprodukte waren in der Schweiz nur 1 Prozent höher als der Durchschnitt der Vergleichsländer und so gegenüber 2012 praktisch stabil.
•  Bei den Generika nahm die Preisdifferenz von 49 Prozent im 2012 auf 46 im 2013 leicht ab.

Das Forum Gesundheit Schweiz folgert: Es ist dringend nötig, dass sich alle Involvierten auf ein neues Preisfestsetzungssystem einigen können. Der Kosten-Nutzen-Aspekt der Medikamente muss adäquat berücksichtigt werden.


 

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Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren

Das Forum Gesundheit Schweiz benennt in seinen Positionen klar und deutlich, welche Verbesserungen in unserem guten Schweizer Gesundheitssystem möglich sind und vor allem nötig wären, um es qualitativ hochstehend zu halten und um es nachhaltig wettbewerbsfähig zu machen. Wir greifen zentrale Diskussionen aus Bereichen auf, die grosses Verbesserungspotenzial aufweisen: Das Thema Spitalfinanzierung, der Risikoausgleich oder die hochspezialisierte Medizin sind einige der Beispiele.
Auf www.forumgesundheitschweiz.ch finden Sie unsere Positionen, unsere Mitglieder und unsere aktuellen Medienmitteilungen. Auf der Rückseite dieses Newsletters sind die kommenden Veranstaltungen des Forum Gesundheit Schweiz aufgeführt. Wir freuen uns, Sie bald an einem Informationsanlass begrüssen zu dürfen.
Alex Kuprecht, Co-Präsident Forum Gesundheit Schweiz
Chantal Balet, Co-Präsidentin
Forum Gesundheit Schweiz


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Das Forum Gesundheit Schweiz in:
Bern
2.5. März 2014
12.30 Uhr
Hotel Schweizerhof
Bahnhofplatz 11, 3001 Bern
Chancen und Gefahren des verfeinerten Risikoausgleichs
mit Dr. Willy Oggier, Gesundheitsökonom

St. Gallen
31. März 2014
17.30 Uhr
Hochschule für Angewandte
Wissenschaften (FHS St. Gallen)
Rosenbergstrasse 59,
9001 St. Gallen
Spitalbauten im Kanton:
Wer bezahlt?

mit den St. Galler Regierungsräten Heidi Hanselmann und Willi Haag

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