Forum Gesundheit Schweiz, Postfach 5236, 3001 Bern, T +41 13 390 98 98, contact@forumgesundheitschweiz.ch, Newsletter Juni 2012, Nr. 2

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Gesundheitsmonitor

Hohe Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen

Noch nie waren so viele Stimmberechtigte mit dem Schweizer Gesundheitswesen so zufrieden: 76 Prozent der im Rahmen des Gesundheitsmonitors befragten Personen haben einen sehr oder eher positiven Eindruck. Das entspricht dem höchsten Zustimmungswert seit Einführung des KVG. Der bisherige Höchstwert – 68 Prozent – stammt aus dem Jahr 2008.

Dies ist eines der aktuellen Ergebnisse der repräsentativen Befragung durch das Forschungsinstitut gfs.bern, die im Auftrag der Interpharma seit 1996 jährlich durchgeführt wird.

Die Ausgaben für medizinische Leistungen bleiben ein wichtiges Thema, wobei sich die Situation in den letzten zwei Jahren nicht weiter verschärft hat: 43 Prozent der Befragten geben an, dass die Krankenkassenprämien ein dauerhaftes oder gelegentliches Problem seien (2012: 46 Prozent, 2011: 52 Prozent). Die Prämien gelten damit als die drittproblematischsten Haushaltsausgaben, nach den Steuern und den Zahnarztrechnungen.

Das Bekenntnis zu einem qualitativ hochstehenden Gesundheitssystem bleibt in der Schweizer Stimmbevölkerung stark. Auf die Frage «Möchten Sie ein Gesundheitswesen, wo die Qualität der Leistungen wichtiger ist als die Kosten, oder wo die Kosten wichtiger sind als die Qualität der Leistungen?» entschieden sich über 80 Prozent für das Primat der Qualität. Noch eher unentschieden zeigt sich das Stimmvolk beim Thema Einheitskasse: Gemäss der Erhebung würden heute nur 31 Prozent bestimmt an der Abstimmung teilnehmen und weitere 33 Prozent würden eine Teilnahme in Erwägung ziehen. Aktuell sind die Befürworter besser mobilisiert: Deswegen liegt der Zustimmungswert unter den bestimmt Teilnahmewilligen heute bei 65 Prozent, 28 Prozent wären dagegen.

 


 

Öffentliche Spitäler

Kein Gewinnverbot

Mit der Argumentation, Krankenkassen dürften in der Grundversicherung auch keinen Gewinn machen, will Preisüberwacher Stefan Meierhans den öffentlichen Spitälern quasi untersagen, Gewinne zu schreiben.

Dabei hinkt nicht nur der Vergleich mit der Krankenversicherung – ebenso verfehlt wäre die Wirkung eines solchen «Verbots»: Wenn öffentliche Spitäler keine Gewinne ausweisen dürften, verkommen sie zu Staatsvehikeln – und wenn sie Verluste schreiben, bezahlt folglich der Steuerzahler respektive der Versicherte. Das kann nicht im Interesse eines auf Qualität und beste Behandlungen für alle ausgerichteten Gesundheitswesens sein.

Das FGS spricht sich klar gegen die Mehrfachrolle der Kantone aus, die ein beträchtliches Konfliktpotenzial aufweist: Als Eigentümer der Spitäler müssen die Kantone nämlich deren Verluste decken – gleichzeitig entscheiden sie über die Spitaltarife.

So entstehen nicht nur problematische Entscheidungen, sondern eine eigentliche Marktblockade, die letztendlich verhindert, dass Patienten frei entscheiden können, wo sie das beste Angebot zum fairsten Preis erhalten.

 


 

FGS-Veranstaltung
in Frauenfeld

Nein zur Einheitskasse

Am 26. August gastierte das FGS in der Thurgauer Kantonshauptstadt Frauenfeld.

Kantonsräte, Parteimitglieder und weitere politisch Interessierte folgten den Ausführungen des FGS-Co-Präsidenten Alex Kuprecht zum Thema «Wahlfreiheit oder Monopol» und der anschliessenden Podiumsdiskussion.

Alex Kuprecht sprach sich in seinem Referat mit griffigen Argumenten gegen eine Einheitskasse aus: Das Schweizer Gesundheitswesen gilt als eines der besten weltweit. Dementsprechend zufrieden ist die Schweizer Bevölkerung mit dem System als solchem, mit dem Zugang zu medizinischen Leistungen und mit der Arbeit der Krankenversicherer. Das hat unwidersprochen seinen Preis: 62.5 Milliarden Franken betrugen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2010, Tendenz steigend, da die Mengenausweitung, der medizinische Fortschritt, die steigende Lebenserwartung, aber auch Ineffizienzen und Fehlanreize als mächtige Kostentreiber wirken.

Nur: Eine Einheitskasse hat keinen Einfluss auf diese Wachstumstreiber – sie sind auch in einem Monopolsystem da. Ein Blick auf die Situation anderer Länder mit staatlichen Monopolkassen zeigt zudem, dass die Schweiz das Experiment Einheitskasse keinesfalls versuchen sollte: In Grossbritannien ist die Versorgung schlecht und werden Leistungen rationiert, in Skandinavien sind die Wartezeiten bis fünfmal länger als in der Schweiz, und Frankreich hat einen Schuldenberg von 10 Milliarden Euro angehäuft.

 

 


 

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Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren

Das Forum Gesundheit Schweiz (FGS) hat sich als nationale Diskussionsplattform etabliert. Das Engagement für ein liberal ausgerichtetes Gesundheitswesen überzeugt die mittlerweile über 150 Mitglieder, namentlich Bundesparlamentarier, Kantonsparlamentarier, Branchenvertreter und politisch Interessierte. Jeden Monat laden wir in einer Schweizer Region zu einem Fachreferat mit anschliessender Diskussion ein. Sowohl die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik als auch diejenigen im Gesundheitswesen interessieren. Ein deutliches Nein zum sozialdemokratischen Ruf nach Verstaatlichung der Grundversicherung ist die Chance, das liberal ausgerichtete Schweizer Gesundheitswesen in die gute Richtung weiter zu entwickeln. Wir müssen weg von der zunehmenden Regulierungstendenz, welche unser Gesundheitswesen schwächt, die Versorgung verschlechtert und gleichzeitig verteuert – hin zu echtem Wettbewerb, welcher den wichtigsten Personen im Gesundheitswesen zugutekommt: den Versicherten und den Patienten. Das Thema Einheitskasse, der Kantönligeist in der Spitalpolitik sowie der Dauerbrenner Medikamentenpreise stehen auf unserem attraktiven Veranstaltungsprogramm für die kommenden Regionalveranstaltungen. Am Sessionsanlass für Bundesparlamentarier und Mitglieder am 18. September in Bern begrüssen wir mit dem ehemaligen Direktor des Bundesamts für Gesundheit, Prof. Dr. Thomas Zeltner, einen profunden Kenner der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitswesens. Wir freuen uns auf Sie.

Alex Kuprecht, Co-Präsident Forum Gesundheit Schweiz
Chantal Balet, Co-Präsidentin
Forum Gesundheit Schweiz


Veranstaltungen

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Das Forum Gesundheit Schweiz in:
Genf
16. September 2013, ab 18.15 Uhr
Hôtel de la Paix
11, quai du Mont-Blanc
Tour d’horizon de la politique de santé suisse
mit Raymond Loretan,
Präsident des Verwaltungsrats Genolier Swiss Medical Network (GSMN)
und Olivier Sandoz,
Mitglied des Verwaltungsrats
des Universitätsspitals Genf

Bern
18. September 2013, 12.30 Uhr
Sessionsveranstaltung im
Hotel Bellevue Palace
Kochergasse 3 – 4
Qualität und Nutzen im Gesundheitswesen
mit Prof. Dr. Thomas Zeltner

Zug
21. Oktober 2013, ab 18.00 Uhr
Theater Casino Zug
Artherstrasse 2– 4
Einheitskasse: Nein zur Scheinlösung!
mit Ständerat Joachim Eder

Solothurn
12. November 2013, ab 18.00 Uhr
Altes Spital Solothurn
Oberer Winkel 2
Wie entstehen Medikamentenpreise?
mit Thomas Cueni,
CEO Interpharma