Forum Gesundheit Schweiz, Postfach 5236, 3001 Bern, T +41 13 390 98 98, contact@forumgesundheitschweiz.ch, Newsletter Juni 2012, Nr. 2

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Hochspezialisierte Medizin

Gleich lange Spiesse für private & öffentliche Häuser

Wie auch bei der Spitalplanung müssen bei der Vergabe Hochspezialisierter Medizin (HSM) die Qualität und die Wirtschaftlichkeit über einen Leistungsauftrag entscheiden – im Interesse von Versicherten und Patienten. Dies ist heute nicht der Fall.

Im Kanton Bern etwa scheint die Spitalliste allein nach politischen, nicht aber nach den gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien – Qualität und der Wirtschaftlichkeit – erstellt worden zu sein: Leistungsbereiche der hochspezialisierten Medizin würden den Privatspitälern weggenommen und im staatlichen Inselspital konzentriert. Bei der Vergabe der spezialisierten Neurochirurgie etwa wurden im letzten Jahr etliche Privatkliniken in Bern und in Zürich nicht berücksichtigt, obschon sie über dieselben Qualifikationen verfügen wie die gewählten öffentlichen Regionalspitäler. Erstere haben nun Beschwerde eingereicht.

Qualität muss im Zentrum stehen
Das Forum Gesundheit Schweiz erinnert daran: Die vom Bund vorgegebenen Spielregeln sind einzuhalten. Für die derzeit zu erstellenden kantonalen Spitallisten sind jene Institutionen zu berücksichtigen, die qualitativ und wirtschaftlich die besten Resultate erzielen. Das sind nicht unbedingt
die staatlichen Spitäler: In Bern etwa weisen die Privatspitäler durchschnittlich wesentlich tiefere Fallkosten aus als das Universitätsspital.

Es braucht ausgewogene Zusammensetzung
Korrekturbedarf gibt es auch im nationalen Fach- und Beschlussgremium, welches die Vergabe von HSM koordinieren soll. Dort hat kein Vertreter privater Häuser Einsitz – was der Absicht des neuen KVG widerspricht. Eines der Ziele der über die neue Spitalfinanzierung eingeläuteten Spitalplanung, nämlich bessere Qualität zu fairen Preisen, wird verfehlt, insofern öffentliche und private Institutionen nicht gleich behandelt werden. Die Wahlfreiheit der Versicherten wird dadurch empfindlich beschnitten, Kapazitätsengpässe und unnötige Wartezeiten sind das Ergebnis.

Es braucht mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen, aber keine staatlichen Monopole. Sie sind kein Garant für Qualität und sie erzeugen höhere Kosten.

Forum Gesundheit Schweiz - Integrierte Versorgung

Ohne Zwang

Für bessere Leistungen

Die Aufhebung des Vertragszwangs ist eine Kernforderung nicht nur des Forum Gesundheit Schweiz.

Wer Qualität und Wettbewerb fördern und gleichzeitig eine gute Kostenkontrolle ausüben will, muss sich dafür einsetzen, dass die Versicherer und die Anbieter von Gesundheitsleistungen ihren Vertragspartner frei wählen können. Erst individuelle Verträge zwischen Versicherern, Ärzten und Spitälern führen zu echten Verhandlungen: Über die nötige Qualität der Leistungen, deren Umfang und über den dafür fairen Preis mit den dafür adäquaten Tarifen.

Anreiz für gute Angebote
Sind die Versicherer nicht mehr verpflichtet, alle unter Vertrag zu nehmen, steigt nämlich bei den Leistungserbringern das Interesse, gute und preislich faire Angebote zu machen. Befreite Vertragspartner sind echte Vertragspartner: Sie ringen um die beste Lösung im Interesse der Kunden.

Solange jedoch die Krankenversicherer gezwungen sind, alle, die Leistungen anbieten unter Vertrag zu nehmen, werden viele unnötig begünstigt. Dadurch wird der qualitätsfördernde Wettbewerb jedoch gehemmt. Letzteres gilt auch für die möglichen Kostensenkungen. Zusätzlich bremst diese Blockade die Schaffung nötiger Innovationen, auf welche Patienten angewiesen sind.

Nach wie vor findet sich im Parlament keine Mehrheit für die Aufhebung des Vertragszwanges, der sowohl im ambulanten wie im stationären Bereich nötig wäre. Das muss sich ändern – ganz egal ob das Volk sich für oder gegen Managed Care Modelle entscheidet.


Mehr Innovation

Zugunsten der Patienten

Forschung und Innovation sind für die Schweiz im Bildungs- wie im Gesundheitsbereich von grundlegender Bedeutung.

Das Forum Gesundheit Schweiz setzt sich dafür ein, dass die rasch älter werdende Bevölkerung – die zunehmend an chronischen Volkskrankheiten leidet – von einem Höchstmass an Innovation profitieren kann. Es braucht konstante pharmazeutische und medizinische Innovationen, um die demographischen Herausforderungen und die damit zunehmenden chronischen Krankheiten begleiten zu können. Innovationen und Reformen müssen dabei nicht mit steigenden Kosten einhergehen. Eine «teure» Behandlung ist oft kostengünstiger als ein langer Behandlungsweg. Denn: Gesundheit kostet weit weniger als Krankheit.

Innovations-Check für Bundesprojekte
Das Forum Gesundheit Schweiz fördert auch System-Innovationen: Das Dokumentieren, Messen und schliesslich Bewerten von Behandlungen und Behandlungswegen ist innovationsfördernd. Deshalb ist im laufenden Aufbau der eHealth-Strategie des Bundes darauf zu achten, dass effektive Innovationen nicht durch administrative Hürden ausgebremst werden. Und bei der anstehenden parlamentarischen Behandlung der Botschaft zu Forschung und Innovation (BFI) ist darauf zu achten, dass öffentliche Forschungsgelder für die nächsten vier Jahre erhöht und keinesfalls beschnitten werden.


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Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren

Wettbewerb statt Einheitsbrei …
Die anstehenden (Volks)Entscheide über Modelle Integrierter Versorgung, die Stärkung der Hausarztmedizin, aber vor allem auch die Volksinitiative über die Schaffung allfälliger Einheitskassen sind bedeutsam. Die Entscheide prägen die Zukunft unseres Gesundheitswesens. Die Diskussionen und die Entwicklungen der letzten Monate deuten an, dass es dabei auch um einen Grundsatzentscheid geht: Wollen wir einerseits ein freies, wettbewerbliches und qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen oder entsprechen wir andererseits dem Wunsch der Linken, immer stärker staatlich gelenkte Einrichtungen aufzubauen, welche die Wahlfreiheit der Versicherten und Patienten schliesslich verunmöglichen würden.
… durch Innovation und Wahlfreiheit
Letzteres müssen wir im Interesse aller verhindern. Das gelingt uns, wenn wir gemeinsam für Innovation zugunsten der Patienten, freien Markt und grösstmögliche Wahlfreiheit einstehen. Denn das Schweizer Gesundheitssystem ist weltweit eines der besten. Wir setzten alles daran, dass dies so bleibt.
Das Forum Gesundheit Schweiz agiert an der Schnittstelle Politik, Öffentlichkeit und Medien. Wir informieren national und regional über die aktuellen Diskussionen und begleiten sich abzeichnende Entwicklungen, klären über die notwendigen Massnahmen auf und ebnen jenen Entscheiden den Weg, die ein liberales Gesundheitswesen sicherstellen. Wir verteidigen Wettbewerb, Wahlfreiheit und Qualität.
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Alex Kuprecht, Co-Präsident Forum Gesundheit Schweiz
Chantal Balet, Co-Präsidentin
Forum Gesundheit Schweiz


Veranstaltungen

Bitte tragen Sie sich die folgenden Daten und Veranstaltungen in Ihre Agenda ein.
Das Forum Gesundheit Schweiz lädt Sie zu einem Abend mit prominenten Referenten und attraktiven Gesprächsrunden zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen ein.

Das Forum Gesundheit Schweiz in:
  • Zug
    21. Juni 2012, 18.00 Uhr
    Zuger Kantonsspital AG, Baar
    Die kantonale Rollenvielfalt im
    Gesundheitswesen – Risiken und
    Auswege

  • Genf
    30. August 2012
    Nähere Angaben folgen

  • Basel
    12. September 2012
    Nähere Angaben folgen

  • Aarau
    2. Oktober 2012
    Nähere Angaben folgen
Ort und Zeit veröffentlichen wir
laufend unter:
www.forumgesundheitschweiz.ch


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